Kaohsiung…1.Teil

Unsere nächste Station auf der Inselumrundung war Kaohsiung, die zweitgrößte Stadt Taiwans, die wir nach einer über 3 stündigen Zugfahrt erreichten…natürlich im Regen. Wir entschieden uns für einen Localtrain, der fuhr zwar 1h länger, war aber viel preiswerter als das fixe Gegenstück. Es ging immer an der Küste entlang…auf einer Seite das Meer, auf der anderen die Berge…Taiwan hat eine beeindruckende Landschaft. Etwa 4 Stationen vor Kaoshiung Hbf. tauchte unser Bummelzug in den Untergrund und fuhr auf der U-Bahnstrecke bis zum Ziel. Von dort ging es noch 3 Stationen mit der MRT…also verbrachten wir ca 1h im Untergrund und wussten nicht, was uns erwartete…regnete es noch, hat die Stadt große Straßen oder eher dunkle Gassen , hat sie Wolkenkratzer??? Dann war es soweit…auf die Rolltreppe, fertig…los…Richtung Oberfläche 😀. Es nieselte, aber nicht schlimm…und auf den ersten Blick dachten wir beide: sieht ja aus wie Singapur.

Wir hatten uns im Backpacker’s Inn einquartiert…eine gute Wahl, tolles Hostel mit 9 Etagen. Auf dem Dach ein Rooftop, der zum Verweilen einlud. Unser Zimmer war knuffelig und sauber. Frühstück war Teil des Zimmerpreises und war Widererwarten ganz gut.

Rooftop bei Dunkelheit

Tolle Dachterrasse im Hellen

Ein Ausflug führte uns zum ehemaligen britischen Konsulat in Takao. Dorthin gelangten wir mit der orangenen Linie der U-Bahn. Das war Klasse, denn unsere Einsteigestation war die Formosa Boulevard Station, eine der 10 schönsten Bahnstationen weltweit, die auch einen geschichtlichen Hintergrund hat. Im Dezember 1979 ereignete sich der Kaohsiung- Vorfall, auch Formosa Vorfall genannt. Dieser Vorfall wird heute als ein Wendepunkt auf dem Weg zur Demokratie in Taiwan bewertet. Was genau dieser Vorfall war, kann euch Mister Google besser erklären. In der Station befindet sich das berühmte Glaskunstwerk „Lichtdom“. Das Glas kommt übrigens aus Deutschland.

Einer der Eingänge
Der Lichtdom
Klaviermusik als Untermalung

Eine Lichtershow gab es auch, immer um 11, 15 und 20 Uhr, hatte heute aber zeitlich nicht gepasst. Wieder an der Oberfläche hat es natürlich immer noch geregnet, nicht dolle, aber stetig. Anki shoppte sich einen Friesennerz aus Tüte bei 7eleven…der Schuppen entwickelt sich langsam zu unserem Lieblingsladen…die quittegelbe Friesennerztüte ging mir bis zu den Waden und ich verschwand darin sogar samt Rucksack…perfekt, hoffentlich regnet es noch laaange..😉. Nun den Weg zum britischen Konsulat finden, das liegt, wie gesagt, auf einem Hügel auf einer kleinen Halbinsel. Wir durchquerten einen ca. 700m langen Tunnel und sahen am Ende…na klar…das Licht, vielmehr: das Sonnenlicht. Wie geht das denn…am Tunneleingang noch Regen und jetzt ☀️…also alles wieder ausgepellt und mein frisch erworbener Friesennerz verschwand im Rucki und sollte an diesem Tag auch nicht wieder herauskommen. Wir schlenderten über ein riesiges Unigelände, toll gelegen an der Küste, Dekadenz pur. Auch der Weg zu unserem Ziel führte immer an der Küste entlang.

Dann kam der Aufstieg zum Konsulat…Treppen.

Aber der Aufstieg lohnte sich…

Vorbei an…unser täglich Tempel gibt uns heute
Fast oben…
Oben
Ehemaliges britisches Konsulat

Das Innere des Konsulats haben wir nicht besichtigt, es sollte Eintritt kosten und das nicht zu knapp. Wir haben lieber die Aussicht genossen und ein bisjen Quatsch gemacht😁

Blick auf den Hafen von Kaohsiung…übrigens der 13.-größte der Welt

Hinunter ging es auf der anderen Seite des Hügels und die kleine Halbinsel verließen wir über eine Brücke, vorbei an der Anlegestelle für die Fähre, die die Insel Cijin anfährt, die wir später noch besuchen wollen.

Wieder im Hostel gab es erst mal Kaffee… selbstverständlich den von 7eleven…und Kuchen, es war ja schließlich Frauentag, auf dem Hostelrooftop…mit Blick auf den Central Park…der heisst wirklich so😎

Lauschiges Klosett…

Den Central Park wollten wir nicht nur von oben sehen, sondern auch mal durchschlendern, also hirschten wir rüber…ja, er sieht auch ein klein wenig aus wie sein großer Bruder in New York.

Eine nette kleine Oase

Eine Sache für die Rubrik: nicht ganz so unnützes Wissen😎

In Taipei haben wir es noch gar nicht wahrgenommen…in Hualin immer gehört und dort auch gesehen und dann natürlich in jeder weiteren Stadt…ah, hör mal, die …na…gespannt was jetzt kommt?😉 Die Müllabfuhr, ja, richtig gelesen, die ist in Taiwan ein bissel besonders. Die Müllabfuhr kommt 5x die Woche, also fast jeden Abend ca. zur gleichen Zeit. Man hört sie schon von weitem, sie spielt nämlich über Lautsprecher eine Melodie. Taiwans Müllprobleme waren der Denkanstoß. Wie kann man es in den Griff bekommen, dass nicht jeder seinen Dreck an der nächsten Ecke abwirft, der dann vor sich hin stinkt, bis er abgeholt wird. Die tägliche Abholung direkt an der Haustür war die Lösung. Aber wie darauf aufmerksam machen, dass der Müllwagen da ist? Brüllende Ansagen über Lautsprecher wollte man dem Volk nicht zumuten. Ein Mitarbeiter der Müllabfuhr hatte schließlich die Idee…er hörte seiner Tochter beim Klavier spielen zu und dachte, das ist es, eine Melodie die jeder kennt. Die Melodie, die die Tochter spielte, war das Klavierstück „Das Gebet einer Jungfrau“ von Tekla Badarzewska – Baranowska, einer polnischen Komponistin. Das Stück soll weltweit bekannt sein !? Macht euch keine Sorgen, wir haben es auch erst zum ersten Mal durch die Lautsprecher der Müllautos gehört. Und ich sage euch, es prägt sich ein, der erste leise Klang des herannahenden Müllautos und wir schauen uns an und sagen grinsend…ah, die Müllabfuhr. Jeder, der was zu entsorgen hat, schnappt sich seine Beutel, geht zur Straße und übergibt sie an die Mitarbeiter oder feuert sie selber ins Hinterteil vom Müllauto. Seit 2006 wird der Müll in Taiwan strikt getrennt. So wie bei uns😄…aber nicht nach Buchstaben, von A-Z alles in eine Tonne, sondern richtig: Plastik, organischer Abfall, Papier und Restmüll. Dafür fahren 2 Autos hintereinander, ein Weißes für Recyclingzeugs und ein Gelbes oder Grünes für Restmüll.

Ist man sich nicht sicher, wo kommt z.B. die Schale der Kokosnuss hin…fragt man den Mitarbeiter am Müllwagen direkt, sonst kann es sein, der nimmt dir deinen Dreck nicht ab. Jede Sorte Abfall kommt in eine bestimmte Tüte, die muss gekauft werden und je mehr Müll, je teurer ist es…Logisch. Mülltonnen, wie wir sie kennen, gibt es nicht. Auch Papierkörbe in den Städten sucht man fast vergebens. So ist jeder für seinen Müll verantwortlich. Außerdem sieht man bei der täglichen Müllabgabe immer mal wieder seine Nachbarn und quatscht ne Runde im sanften Licht der Straßenlaternen. Wir haben es life miterlebt. In einigen Städten wird auch Beethovens „Für Elise“ als Melodie gepielt…das wiederum hätten wir gekannt. Musik – Müllwagen statt Müllkippen…wir fanden das einen Beitrag wert. Übrigens…auf YouTube sind etliche Beiträge zum Musik Müllauto, aber Vorsicht, das Ding ist n Ohrwurm 😎.

4 Kommentare zu „Kaohsiung…1.Teil

  1. Hallo Ihr Beiden, einen lieben Gruß an Euch aus der Heimat, Wieder toll und interesant geschrieben. Die Bilder sind toll. Eine Farbenpracht 👍. Eure Kerstin 😘🙋‍♀️

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