Sonne-Mond-See

Aus Tainan kommend, mal nicht im Regen, erreichten wir nach knappen 2h Taichung. Wieder eine riesige Stadt mit einem riesigen Bahnhof. Es war Donnerstag und wir wollten am Sonntag mit dem Zug weiter nach Taipei, um am Montag dann Taiwan zu verlassen. Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag seien hier der Fairness halber auch erwähnt 😁…also die Wochentage kriegen wir noch zusammen, auch wenn wir manchmal nicht wissen, welcher gerade ist. Aber jut, noch waren wir nicht am Ziel, das da Yuchi heißt. Dorthin fuhr ein Shuttlebus und genau gegenüber des Bahnhofs war ein Busterminal. Aber nicht für unseren Shuttlebus🙄…die Station ist noch n Stücke weg. Also losgesockt und ins erste Teil, was wie Busstation aussah, rein. Drei Worte genügten…Sun-Moon-Lake?…und die Dame zückte ein laminiertes Papier:

Da wird wohl jeder fragen 😂…die Sonne Mond See Station ist also noch ein Stück weiter. Wir haben sie, dem Hinweis sei Dank, gefunden, konnten sogar schon die Fahrkarte für Return am Sonntag kaufen und 10 min später fuhr der Bus auch schon los. Ausser uns fuhren genau noch 2 Leute mit. Am nächsten Stopp stiegen aber noch einige dazu. Es ging 1h50min durch bezaubernde Landstriche hoch ins Gebirge. Dann sahen wir ihn…den Sun-Moon-Lake…

N bissel diesig, aber es war warm und regnete nicht. Unser Zimmer war ein Tanzsaal und die kleine Herbergsomi, a’la Frau Pfeffertopf, war putzig, man konnte sie kaum anschauen, ihre Dritten waren viel zu groß und wir mutmaßten: entweder Ober und Unterkiefer verwechselt oder die vom Opi🤭. Mit den zu großen Zähnen, wir hatten immer Angst, die stösst sie gleich mit der Zunge raus, brabbelte sie immer in einen Translater, der uns dann auf Deutsch mehr oder weniger verständliche Sachen übersetzte. So hatte sie z.B geschnittenes Obst, sah aus wie Apfel und wir durften kosten. War aber kein Apfel und auf unsere Frage über den Translater…was ist das für eine Frucht?…brabbelte Fr. Pfeffertopf was rein und raus kam …Toilett🤔 da mußte Omi aber auch lachen, hat sie wohl genuschelt😀. Aber sonst hat alles funktioniert.

Der ☀️ 🌒 See ist das größte Binnengewässer in Taiwan und liegt auf 760m Höhe im Zentralgebirge. Er hat seinen Namen, weil die Uferformen im Osten der Sonne und im Westen des Mondes ähneln…man benötigt aber schon einige Fantasie, um das zu erkennen. Einmal um den See sind es 33 Km. Man kann ihn per Rad, Bus, Boot oder zu Fuß erkunden. Rundherum auf den Berggipfeln sind einige Tempelanlagen zu besichtigen, Gott sei Dank🤓. Es gibt einen tollen Weg immer am Ufer lang, oft muss man aber auch die Straße nutzen, die ebenfalls drumrum führt.

Es ist sehr hügelig, aber für die kleinen Faultierchen gibt es jede Menge E- Bikes zum ausleihen.

Wir wohnten in Yuchi und der Ort hatte den Charme eines Ostseebades in Deutschland. Der See mit seinen Fähren und Booten hatte auch was vom Gardasee und Bettinas Worte bei Ankunft: also Boot fahren werde ich nicht…na müssen wir ja auch nicht, erwiderte ich. Das Wasser funkelte an vielen Stellen so richtig türkisblau.

So ein bisjen stand das Wetter in Taiwan mit uns auf Kriegsfuß…es war zwar nicht kalt, aber fast immer bewölkt und oft regnerisch.

Wir wollten natürlich den See mit Rädern umrunden und schauten jeden Tag mit Argusaugen in die Wetterapp…die versprach am Abend immer Sonne für den nächsten Tag, was morgens aber nicht mehr der Fall war😤. Also verschoben wir die Radeltour auf den vermeintlich besten Wettertag und tingelten in Richtung Frühstück, was es mitten im Ort gab. Das Frühstück war Teil des Zimmerpreises und Fr. Pfeffertopf zeigte uns am ersten Abend die Lokalität. Dazu brabbelte sie wieder in ihren Translater…die Dritten wackelten bedrohlich…und der Translater sagte uns dann…ich bringe sie jetzt zum Frühstück…hä, jetzt?? Aber da rannte sie schon los…und wenn wir schreiben rannte, dann meinen wir das auch so…wir hatten echt Mühe, Schritt zu halten 😃. Das Lokal war wirklich als solches nicht zu erkennen und Fr. Pfeffertopf war am nächsten Morgen nicht da, deshalb gab es die Einweisung halt am Abend…ok, alles klar.

Das Frühstück war eher was für den hohlen Zahn🤭, frisch zubereitet und lecker, aber sehr wenig. Naja, wir schauten dann doch zum Bootsfahrkartenverkauf…nur mal so, was das kostet. Und zack hatten wir eine Tageskarte gelöst und 10 min später saßen wir auf dem Wasser…so viel zu…Also Boot fahren werde ich nicht😃.

Das Ticket galt den ganzen Tag und man hatte 3 Ausstiegsmöglichkeiten. Die Erste war…na was wohl…ein Tempel. Der Xuanguang Tempel. Heißbegehrtes Fotomotiv bei chinesischen Touris…die Inschrift Sonne Mond See. Die haben dort echt angestanden.

Hinter der Anlage begann ein Trail zum nächsten Tempel…Länge 850 m, ach komm, das latschen wir ab. Und die Aussicht dort oben…bei Wolken schon Klasse…

Ein Wünschebaum

Der Wanderweg…bergauf, bergab, meistens bergauf, nur bergab ging’s meistens bergab🤭

Blick von oben

Wieder runter und mit dem nächsten Boot zur nächsten Station. Das war die kleine Stadt Ita Thao. Auf den Fahrten zu den Stationen betätigten sich die Bootsführer als Entertainer und blökten dir über Mikrofon was auf chinesisch ins Ohr…die ganze Fahrt, immerhin jeweils ca 15 min. Das war n bissel grausam🙉.

Ita Thao bestand aus Fress-und Souvenirbuden, Hotels und dunklen Gassen. Es mag am trüben Wetter gelegen haben, gefallen hat uns das Städtchen nicht. Dort gibt es auch eine Cable Car Anlage hoch auf den nächsten Berg. Aber bei diesigem Wetter sieht man da ja nix. Ist ne Ausrede…wir fahren nämlich beide unheimlich gerne mit Seilbahnen über tiefe Abgründe😉. Wir beschlossen erst mal was zu futtern und den köstlichen Cafe Latte von 7eleven zu schnabulieren. Aufgemerkt☝️in Taiwan ist ein Ort erst klein, wenn es keinen 7eleven gibt. Wir haben bis jetzt keinen kleinen Ort kennengelernt. Die 7eleven Dichte ist sagenhaft.

Das nächste Boot mit Entertainment brachte uns zurück nach Yuchi. Dort übrigens sehr empfehlenswert, ist das kleine Lokal auf dem nächsten Foto. Sehr preiswert und voll legga. Es ist in der Nähe des Busparkplatzes.

Der nächste Tag, ihr erinnert euch, angeblich der Tag mit ☀️…fing an wie alle anderen Tage…trüb. Egal, heut mieten wir die Räder, das ist hier gar nicht so einfach als Europäer ( wir sind doch ein ganzes Stück größer) ein passendes Radel zu finden. Das hatten wir dann aber, der Sattel ging einigermaßen hoch und der Abstand zum Lenker war auch passabel. Man sollte den See im Uhrzeigersinn umrunden, die Anstiege wären da wohl nicht so krass wie andersherum. Wir zottelten los. Am Ende des schönen Radweges sollte man auf die Straße wechseln, obwohl der Radweg augenscheinlich weiterging. Los, lass uns weiter den Radweg benutzen. Das ging auch ne ganze Weile gut…bis zum nächsten Tempel, da war Schluß und entweder den ganzen Weg zurück oder…Treppen, 366 Stufen hoch…mit dem Rad wohlgemerkt.

Das war erst die Hälfte der Strecke…

Wir entschieden uns für die Treppe😁. Rad geschultert und mit Pausen und unter den staunenden Blicken der Asiaten da hoch. Oben, kurz vor der Kotzgrenze, ein toller Tempel…Bettina besuchte ihn,

Anki hatte genug von Tempel und wartete draußen, genoß die Aussicht und beäugte die Drahtesel.

Die Drahtesel sind übrigens von GIANT…die werden in Taiwan produziert. Weiter ging es, immer auf der Straße lang, Serpentinen hoch und runter, dann mal wieder ein Stück des schönen Radweges und kurz vor Ita Thao, ca bei Km 9, gab der Bowdenzug der Hinterradbremse an Ankis Markenbike den Geist auf. Die Bremse hatte sich ausgehakt, um es mal als Laie zu erklären, und ließ sich nicht mehr richtig bedienen. Und das im Gebirge…und nur die Vorderradbremse benutzen🤯das kann schnell in die Hose bzw. über den Lenker gehen, ich erinnere an Bettinas Schotterflechten vom Radsturz. Weiter um den See waren noch ca 24 Km…umkehren ca 9 Km. Wir entschlossen uns für Umkehr. Auf dem Rückweg entstanden noch ein paar Bilder…

Nach 2,5h waren wir wieder am Radverleih und der Typ fing auch gleich an, die Bremse zu reparieren. Auf unsere Frage nach Preisnachlass kam ein: no…wir hätten die Räder ja im ordnungsgemäßen Zustand bekommen. So ein Sack, na war jetzt auch egal, irgendwie waren wir mit Taiwan jetzt auch durch. Am nächsten Morgen hatten wir den Return Shuttlebus ganz für uns alleine…mit dem Hohlen-Zahn-Frühstück und nem 7eleven☕

Weil auch unterwegs niemand zustieg, und wir eh schon mindestens einen Bus früher waren als geplant, erreichten wir Taichung schon gegen 11 Uhr. Unser Zug nach Taipei fuhr aber erst um 13:44 Uhr. Bettina meinte, vielleicht können wir die Fahrkarten tauschen und einen Zug früher fahren. Am Schalter legten wir unsere Fahrkarten hin, äußersten unser Anliegen, hatten wenig Hoffnung, dass das geht…wir wissen ja wie schwierig das zu Hause ist…und ihr glaubt es nicht…die junge Dame hat die Fahrkarten anstandslos umgetauscht🤗. Sogar Sitzplätze waren uns sicher. Wow, und der Zug fuhr 11:45 Uhr, das war in einer halben Stunde. Perfekt.

Die 116 das ist unser Zug

Eine Nacht noch und am nächsten Abend verlassen wir Taiwan mit einem Nachtflug nach Kambodscha. Wir freuen uns auf unser Hotel mit Pool…Urlaub vom Reisen, eine ganze Woche gammeln🌴🍹🏊.

Ein Kommentar zu „Sonne-Mond-See

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