Siem Reap – Kambodscha

Angkor Wat

Wir sind aus Taipei über Kuala Lumpur nach Siem Reap geflogen. Das sollte unsere einzige Station in Kambodscha sein. Zum einen wollten wir unbedingt Angkor Wat anschauen und zum anderen hatten wir nicht mehr so viel Zeit, Ende März sind wir ja in Chiang Rai verabredet. Mit der Schein Residenz landeten wir einen Volltreffer…tolle Anlage mit Rundumbetreuung inmitten der vollen Ladung Kambodscha. Die Oase hatte einen Pool, das Zimmer war riesig und sehr sauber und das Essen war sehr lecker. Uns zugute kam, dass der Besitzer deutsch sprach und einige Tipps parat hatte, wie wir am besten die Tempelanlagen besichtigen.

Für Kambodscha benötigt man ein Visum. Es gibt 3 Varianten dieses zu erhalten. 1.: du beantragst es im Vorfeld in Deutschland, 2.: du kannst es bis ca 5 Tage vor Einreise als E-Visum übers Internet kaufen (gilt nicht an allen Grenzübergängen) oder 3.: du erhältst es als Visum on Arrival. Drittens war unsere und mit 30 US Dollar sogar die günstigste Variante. Der Nachteil ist: du benötigst ein Passfoto (oder lässt eins vor Ort für 4Dollar machen), 30 US Dollar in bar und unter Umständen stehst du länger an den Schaltern und wartest auf dein Visum. Wir sind früh am morgen gelandet und hatten Glück, dass es nicht sehr voll war. Im Flieger füllt man schon die üblichen Immigrationszettel aus und am Flughafen noch den Antrag für das Visum. Antrag, Foto und 30 Dollar übergibt man einem Beamten, der, den Anki erwischte, war sehr freundlich und stellte keine Fragen. Bettina aber hatte einen sehr genauen Beamten , der den Ausreisestempel von Kuala Lumpur im Pass sehen wollte…wir kamen ja aus KL. Den hatten wir logischerweise aber nicht, weil wir in KL nur im Transitbereich des Flughafens waren. Eines der vielen Dinge, die wir gelernt haben…schmeiß keine Bordkarten weg, bevor du nicht durch alle Paßkontrollen am Zielort bist. So konnte Bettina nachweisen, dass wir aus Taipeh mit Stop in KL eingereist sind. Dann dauerte es nur noch einige Minuten und unsere Namen wurden aufgenuschelt😀… im Ernst, man stand ca 5 m vor den Schaltern, hinter denen 7-9 Beamte nebeneinander saßen. Der letzte Beamte war derjenige, der die Pässe wieder an die Einreisewilligen austeilte. Der Pass wurde in die Höhe gehalten und der dazu gehörige Name geflüstert. Den Beamten geht es mit dem Aussprechen unserer Namen genauso wie uns mit asiatischen Namen…ist nicht so einfach. Man orientierte sich also eher am Passfoto, was für ältere Augen bissel schwierig war🤓. Wir haben es aber hinbekommen.

Jetzt noch zur Passkontrolle, dann Gepäck holen und am Ausgang wartet hoffentlich schon das Tuk Tuk vom Hotel. Und tatsächlich…es war alles da…das Gepäck und das Tuk Tuk vom Hotel.

Wir zogen ein, gingen alles ruhig an, erfuhren einiges über Land und Leute und schmiedeten Pläne, um Angkor Wat zu erkunden. Siem Reap selber ist überschaubar, wir wohnten etwas außerhalb und sind immer mit dem Tuk Tuk ins Zentrum gefahren. Dort steppte der Bär. Märkte, große und kleine Restaurants und Geschäfte wechselten sich ab. Der Stadtkern war sehr schön gestaltet.

Die Hauptstraßen waren auch noch relativ gut zu befahren, aber die unbefestigten Nebenstraßen, dazu gehörte die Straße zu unserem Hotel, waren schon krass.

Kambodscha hatte was mystisches. Kein Wunder, schon wenn man nur ein wenig in die Geschichte des Landes eintaucht, erzeugt es Gänsehaut. Ein bis heute traumatisiertes Volk, das unter der Diktatur eines Pol Pots und der Roten Khmer Mitte der 70er Jahre gelitten hat, das gequält und fast ausgerottet wurde. Eine ganz wunderbare Idee, dieses Trauma zu verarbeiten, hatten 8 Jugendliche, die nach dem Sturz der Roten Khmer, aus einem Flüchtlingslager nach Hause kamen. Im Lager nahmen sie Zeichenunterricht und merkten, das Kunst ein Werkzeug für die seelische Heilung ist. Sie begannen mit kostenlosen Zeichenkursen für Straßenkinder. Bald eröffneten sie eine Schule, die Phare Ponleu Selpak in Battambang, und boten professionelle künstlerische Ausbildungen in vielen Bereichen an. Heute besuchen täglich mehr als 1200 Schüler die öffentliche Schule und 500 die berufsbildenden künstlerischen Ausbildungsprogramme, die alle kostenlos angeboten werden. Vom Ergebnis konnten wir uns mit dem Besuch des Phare Cambodian Circus mehr als überzeugen. Die Schule ist nach wie vor in Battambang, einer der ärmsten Städte in Kambodscha. Der Zirkus findet seit 2013 allabendlich in Siem Reap statt, weil dort viel mehr potenzielles Publikum unterwegs ist. Mit dem Erwerb einer Eintrittskarte unterstützt man also die Finanzierung der Kurse und die allgemeine Schulausbildung für die Kinder, die diese Schule besuchen.

Bettina hatte im Internet über diesen Zirkus in Siem Reap gelesen, so dass ein Besuch dort fest eingeplant war.

Die Karten orderten wir über unser Hotel und Samstag Abend ging es dann endlich in den Zirkus. Der war nicht sehr groß und ähnelte vom Aufbau einem Zirkus in Deutschland. Wir nahmen an, im Innern ist es heiß und stickig, denn wir hatten am Tage Temperaturen von 38 Grad. Dem war aber nicht so. Große Lüfter und Klimaanlagen machten es doch recht angenehm. Sollten dann noch Schweißattacken ausbrechen half ein Fächer, den es am Eingang gab.

Die aufgeführte Show hieß ‚Weißes Gold‘ und es ging um den Reis als Lebensgrundlage in Kambodscha. Mit Artistik, Malerei, Pantomime, Musik und Tanz verging die Vorstellung wie im Fluge. Allein schon die kleine Band zauberte hörenswerte Klänge, die zum Teil mit Plastetonnen und Gießkannen erzeugt wurden.

Die Bildqualität ist nicht so berauschend, weil Blitzlicht nicht erlaubt war. Trotzdem sieht man, mit welchem Eifer die Akteure dabei sind. Ankis Lieblingsartist…der mit dem blauen Hemd…verpatzte z.B. eine Figur und fiel vom Balancebrett…beim 2.Versuch hat es geklappt, die Zuschauer tobten und der Kleene strahlte übers ganze Gesicht.

Das Tuk Tuk fahren, das war hier ein Moped mit Anhänger, war nichts für Leute, die unter Hämorrhoiden leiden. so manche „Unebenheit“ riß uns förmlich von den Sitzen.

Abends futterten wir im Hotel, denn die Küche war sehr gut. Die Menükarte war umfangreich und trotzdem kristallisierte sich ein Lieblingsgericht heraus…Yellow Noodles with Vegetable and Chicken. Als wir das am 5. Abend wieder bestellten und der Chef es servierte, fragte Anki ihn…sag mal, gibt’s hier eigentlich auch was anderes zu essen? 🤭 Er schmunzelte und die kleinen Schlagabtausche endeten erst mit unserer Abreise. Auch Bettina sorgte mit ihrem Lieblingsgemüse, der Zwiebel, immer wieder für einen Lacher…no Onion ist schon ein geflügeltes Wort.

Für Angkor Wat und die Tempelanlagen braucht man Zeit. Die Anlagen haben gewaltige Ausmaße mit vielen kleinen und größeren Tempel. Dazu kommt ein eigener Bericht.

Unsere Weiterreise nach Chiang Rai, das ist das Geburtstagstreffen bei Pat, stand unter keinem guten Stern. Aus Chiang Mai wussten wir schon vom Smog mit gesundheitsgefährdenden Ausmaßen und lasen jetzt im Internet, daß auch Chiang Rai betroffen ist. Beide Städte liegen im Norden Thailands im Gebirge. Jedes Jahr im März kommt es dort in den Wäldern zu Brandrodungen. Wenn dann noch eine ungünstige Wetterlage mit Hitze vorherrscht, zieht Rauch und Asche in die tieferliegenden Städte. Wir fragten Pat per WhatsApp…What about Smog? Sie selber war in Bangkok, telefonierte aber mit Freunden in Chiang Rai und schickte uns per WhatsApp eine nicht so schöne Nachricht. Der Smog wäre doll, sie würde uns abraten zu kommen, es sind auch Sommerstürme im Anmarsch, wir sollen keine Rücksicht auf ihren Geburtstag nehmen, die Gesundheit ihrer Freunde geht vor. Kacke…der Smogwert lag Tatsache bei über 300 was auch immer ( in Deutschland wird wohl ab 50 Smogalarm gegeben) es werden Atemmasken verteilt, raus soll man nicht und Klimaanlagen sollen ausbleiben…bei fast 40 Grad. Flüge fallen wegen der schlechten Sicht aus.

Lila ist schon abartig hoch…man beachte die Temperaturen

Unser Flug nach Chiang Rai ließ sich nicht umbuchen, wir mußten neu buchen🙄 und entschieden uns für die stressärmste Variante…dann eben noch mal ein paar Tage in Bangkok, von wo aus wir schon einen Flug nach Singapur hatten. Vielleicht findet sich ein ruhiges Fleckchen…🤭in Bangkok…mit Pool und Schirmchendrink🌴🍹…wie das ausgeht…später mehr😎.

2 Kommentare zu „Siem Reap – Kambodscha

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